QUERFELDEIN

 

Büsche, Baüme, Felsen und das ganze Zeugs

Ich möchte euch einmal zeigen, wie man relativ hochwertige und vor allem auch robuste Geländestücke herstellen kann.

Für die alten Hasen unter euch ist wahrscheinlich nicht viel Neues dabei (und jeder hat auch seine eigene "Bauweise"), aber ich denke der ein oder andere Tipp kann dennoch vielleicht hilfreich sein.

Was brauche ich?

Als Untergrund verwende ich eine dünne Sperrholzplatte. Die ungefähre Form wird willkürlich mit einer geschwungenen Linie aufgezeichnet.

Für die Felsen verwende ich echte Steine. Dies hat den Vorteil, dass diese eine sehr gute Struktur mitbringen und zum anderen im Vergleich zu Styropor unkaputtbar sind. Das höhere Gewicht fällt nicht wirklich auf.

Als Vergetation nehme ich Kunststoffpflanzen, wie man sie in Garten-Zentren oder Deko-Geschäften findet. Besonders eignen sich Aquarien-Pflanzen.

Außerdem sind Streugras und Grasbüschel empfehlenswert.

Verschiedene kleine Zweige, Rindestückchen, etc. lassen sich gut zur Dekoration verwenden.

Um dem ganzen eine Oberfläche zu geben verwende ich Strukturpaste. Strukturpaste wird normalerweise im künstlerischen Bereich der Malerei verwendet, eignet sich aber für unsere Zwecke hervorragend. Die Paste gibt es mit einer Grob- oder Feinsandstruktur und lässt sich einfach aufspachteln. Sie hält auf jedem Untergrund, egal ob Holz, Stein oder Kunststoff gleichermaßen gut. Kleinere Objekte können dabei diret hineingesteckt werden und halten nach Austrocknen bombenfest. Bestreicht man Styropor damit nahtlos, entsteht eine versiegelte Oberfläche, die problemlos mit Lackfarben aller Art behandelt werden kann. Ein weiterer entscheidender Vorteil der Strukturpaste: Sie ist unzerbrechlich! Im Gegensatz zu beispielweise Gips, bricht nichts ab, sie reisst nicht und nimmt auch einen Sturz vom Tisch nicht krum!

SIe ist zwar (solange sie noch nicht ausgehärtet ist) wasserlöslich und weder ätzend oder giftig, aber es empfiehlt sich trotzdem die Verwendung von Gummihandschuhen und alter Kleidung.

Als Farbe verwende ich braunen Sprühlack für die Grundierung, soweie Abdeckfarbe (Wandfarbe) zum Trockenbürsten und für die Felsen.

Los geht's!

Zuerst wird die Gundplatte ausgesägt. Glücklich, wer ein Dekupiersäge sein Eigen nennen kann, bei allen anderen ist Handarbeit angesagt, was aber auch nicht all zu schwer ist.

Die Ränder werden mit Schleifpapier gesäubert.

 

Auf der Grundplatte kann man nun schon einmal Pflanzen, Steine, etc. verteilen um sich ein ungefähres Bild zu machen, wie das Ganze später aussehen soll.

 

Soll der Untergrund erhöht werden, so kann eine zurecht geschnittene oder gebrochene Styropopsschicht mit Hilfe von beidseitigem Klebeband oder Uhu fixiert werden.

Gestalten ...

Die Platte wir mit gleichmäßig mit einer dünnen Schicht der Strukturpaste bestrichen. Dünn eigentlich nur deswegen um Material und damit Geld zu sparen - dickere Schichten sind aber auch problemlos machbar.

 

Die Steine drücke ich mit einem extra Klecks Paste als Kleber an der Unterseite einfach ein.

 

Der mittige, hintere Felstisch wurde genau so befestigt und wird später sicher halten (ok, ich habe am Fuss grosszügig Paste verwendet, aber es funktioniert!). Lediglich die obere Felsplatte habe ich mit einer Heissklebepistole fixiert.

 

Jetzt muss das Ganze richtig, am besten über Nacht, austrocknen.

Grundieren und Trockenbürsten

Nachdem alles gut druchgetrockent ist können die Geländestücke grundiert werden. Ich vewende dazu matten, braunen Sprühlack. Dies hat nicht nur den Vorteil, dass der Untergrund schon die richtige Farbe bekommt, sondern auch dass ich wirklich alle Ecken und Winkel erreiche, da sonst schnell unschöne weisse Flecken in kleinsten Ritzen und Löchern entstehen können.

Nachdem die Grundierung abgetrocknet ist, werden nun noch alle Felsen mit schwarze Abtön-Farbe grundiert. Nun heisst es wieder abwarten, bis alles trocken ist.

Nun geht es an´s Trockenbürsten! Der Boden wird wird mit ein oder zwei verschiedenen Brauntönen gebürstet, wobei jetzt die Struktur der Paste sehr schön hervorkommt.

Die Felsen werden zuerst mit einem dunkelen Grauton, dann die Ränder und Kanten und vereinzelte Flächen in immer helleren Tönen gebürstet. Ein paar wenige markante Kanten werden gar ein reinem Weiss hervorgehoben. Beim Bürsten auf den Felsen gilt es einen sehr, sehr trockenen Pinsel zu verwenden! Die Intensität bzw. der Struktureffekt der Oberfläche kann durch wiederholtes Bürsten gesteigert werden. Zuviel Farbe würde das gewünschte Ergebnis verderben.

Jetzt können zusätzliche Effekte erzielt werden, in dem man einige Stellen sanft grün oder braun bürstet, was dann beispielsweise Moos darstellt.

 

Gras, Äste, Baumstämme

Nachdem alles abtrocknet ist, was jetzt eigentlich ziemlich schnell gehen dürfte, können wir damit beginnen Gras aufzustreuen und Baumstämme aufzukleben.

Das Streugras klebe ich mit klarem Mattlack auf. Heisst ich bestreiche einfache die Stellen, auf denen das Gras sein soll, grosszügig mit Lack und bestreue es dann dick mit Gras. Nach wenigen Minuten kann ich das überflüssige Streu abklopfen. Als Lack verwenden ich den einer bekannten Firma für Kunststoffmodellbau (mit dem ich übrigens auch meine Minis versiegele), es kann aber auch jeder andere verwendet werden. Allerdings würde ich keinen Glanzlack verwenden, außer ich will unbedingt einen Wassereffekt (feuchte Wiese) erzielen.

 

Anschließend können Stückchen von trockenen Zweigen als Baumstümpfe und Äste mit einer Heissklebepistole in die gewünschte Position gebracht werden.

Pflanzen

Jetzt geht es an die Pflanzen! Die Kunststoffpflanzen lassen sich schnell und einfach mit einer Heissklebepistole befestigen. Die Klebestelle sollte zwar grosszügig bemessen sein, aber nicht zu grosszugig, das sonst unschöne Ränder entstehen können.

Das Geländestück ist nun fast fertig und sollte ungefähr so aussehen:

Letzte Arbeiten...Fertig!

Als letztes können nun weitere kleiner Details aufgebracht werden. Die sind bespielsweise kleine, auf dem Boden liegende Holzstücke, sowie Grasbüschel und Ranken an den Felsen. An einigen Felsen habe ich kleine Zeichnung von Eingeborenen aufgemalt, hier und da mal einem Schädel zwischen die Felsen gelegt oder einfach kleine Tiere, wie Vögel in das Dickicht gesetzt. Der Fantasie sind hier keiner Grenzen gesetzt.

 

An den Wachposten habe ich ein Leiter aus alten Holzresten gelehnt und ein Seil darauf gelegt. Die Vorderseite habe ich mit Efeu beranken lassen.

 

Bei dem Posten zeigt sich übrigens der Vorteil, der Verwendung echter Steine.

Bei leichten Steinen aus Styropor oder ähnlichem würde eine Figur bei so einer relativ kleinen Grundplatte nicht sicher stehen, im schlimmsten Fall sogar zusammen mit dem Geländestück umkippen! Durch die massive Bauweise hat der Posten allerdings ein hohes Eigengewicht und damit einen sicheren Stand.

 

Das war es soweit!

Ich hoffe euch den ein oder anderen Tipp oder die ein oder andere Anregung für die Gestaltung eures eigenen Geländes gegeben zu haben.

Themen-Stücke

Es lassen sich hervorragend Geländeteile zu verschiedenen Themen, vor allem für Szenarien herstellen, wie beispielsweise bei dem zuvor gezeigten Wachposten.

Lasst eurer Fantasie freien Lauf...meist ist es gar nicht so schwer wie man anfangs gedacht hat...und vielleicht hat man ja sogar unverhoffte Hilfe. Deswegen möchte ich euch am Ende dieses Teil nicht vorenthalten, welches für ein Dschungelszenario mit den Freebooters-Amazonen gedacht ist. Mein Tochter stand mir hilfreich zur Seite, in dem sie für mich eine Götzenstatue modellierte. Noch einmal Danke dafür!