Eine Spielplatte für Eden


Nachdem wir schon verschiedenstes Gelände,wie Gebäude, Tümpel, Pflanzen, Kisten- und  Schrottstapel, Autowracks, etc. und auch Oberflächen, wie Steppe, Wüste, Schnee oder Stein gefertigt hatten, wollten wir nun unbedingt eine komplette Platte, also im Grunde nicht anderes als ein riesiges Stück Gelände, für Eden fertigen.

Schnell hatten wir auch schon einige Ideen, wobei wir uns aber letztendlich für die eines zerstörten, aber dennoch von seinen letzten (neuen) Bewohnern genutzen, Strassenzuges entschieden hatten. Er sollte noch deutlich die Spuren seiner Zerstörung, wie geborstene Mauern, Krater, Risse und Schutt aufweisen, so als wär dies erst einige Jahre vorüber.

Unsere "Downtown Apocalypse" war geboren!

DER ANFANG

 

Zuerst fertigten wir einen stabilen Rahmen von 60 x 60 cm mit einem robusten Boden.

Darin bauten wir unsere Ruinen aus Styrodor und Gipsplatten auf. Die Schuttflächen wurden mit Strukturpaste modelliert und darin zahlreiche kleine Mauersteine eingedrückt.  Das Strassenpflaster. und die  Steine in den Mauern wurden sorgfältig in die Gipsplatten geritzt,

Dadurch, dass der Untergrund relativ hoch ist, um Kratern, Gräben und Rissen die nötige Tiefe geben zu können, ist dieser recht dick und damit die Platte auch recht schwer. Sie bringt über 10kg auf die Waage!

Leider haben wir aus dieser Anfangsphase keine Bilder mehr.

GRUNDIERIERUNG

Nun wurde erst einmal alles mit schwarzer Abdeckfarbe grundiert. Alle Stellen auf denen später Wasser dargestellt werden sollte blieben weiss.

Wir arbeiten übrigens auf der ganzen Platte mit Abdeckfarben (Wandfarben) , wenn nicht anders erwähnt.

 

Die Farbe deckte sehr gut, obwohl wir zuerst befürchteten, dass der Gips-Untergrund besonders saugstark ist und eine zweite Grundierung notwendig machen würde.

 

Allerdings kamen wir dann doch um einen zweiten Anstrich nicht ganz herum, denn zwischen den zahlreichen Steinen bildeten sich stellenweise kleine Bläschen, wodurch nach dem Trocknen das Weiss des Gips unschön durchschimmerte. Es war also teils mühseelige Nachbesserung per Hand angesagt.

ES WERDE FARBE!

 

Nachdem die Grundierung abgetrocknet war konnten wir endlich damit beginnen Farbe aufzutragen.

Die Mauersteine rotbraun, die Häuserfassaden farbig (grün, gelb, blau), die Strasse in einem Grauton, der Schutt in einem lehmigen Braun und das Wasser natürlich blau. Es war für uns von Vorteil, dass wir in einer zerstörten, dreckigen Ruinenstadt nicht allzu genau arbeiten mussten und kamen dementsprechend gut voran, auch wenn uns die einzelnen Steine in den Schutthalden doch einiges an Zeit kosteten.

TROCKENBÜRSTEN

Als nächstes hiess es die Details mittels Trockenbürsten herauszuarbeiten.

Dies waren sowohl das Geröll, als auch der rissige Lehmoden, sowie die Wande der Ruinen, kurzum einfach alles.

Es wurden Schmutz und typische Highlights gesetzt, wie zum Beispiel links auf dem Bild zu sehen, auf den Mauersteinen, aber auch Pflastersteine und andere Strukturen wurden herausgearbeitet.

Außerdem erhielten die Wasserfläche eine blaue Grundfarbe und verschiedene Schattierungen für den späteren Tiefen- und Schmutzeffekt.


KLEINZEUG UND ANDERE BAUSTELLEN

Nun konnten wir daran gehen weitere Details auf die Platte zu bringen. Beispielsweise der Graben mit dem geborstenen Wasserrohr, der große wassergefüllte Krater und der provisorische Steg hinter der zentralen Ruine.


Als nächste erhielt die vordere, linke Ruine einen abgebrochenen Zwischenboden, der über eine Leiter erreichbar sein sollte. Den Boden fertigten wir aus dünnen Beplankungshölzern, wie er im Schiffmodellbau für den Rumpf verwendet wird. Dieser wurde anschließend mit einem dunklen Shade gealtert und Dreck mit Pigmenten aufgebürstet.

Auch das Nachbargebäude sollte eine begehbare Zwischenetage erhalten, allerdings sollte hier etwas anderes, etwas Besonderes entstehen. Auf Grund der Lage an einer Strassenecke bot sich hier ein Beobachtungsposten an. Dieser sollte in Heimarbeit im Hobbylkeller geplant und gebaut werden und daher wurde ersteinmal genau Maß genommen.


Es folgten weitere Details, wie rostige Fässer, alte Reifen, geborstene Holzbalken, spärliches Gras, vertrocknete Büsche, etc.

Auf einem Holzpfosten steckt zur Abschreckung ein aufgespiesster Schädel und in das Kanalrohr wurde eine Ratte als Bewohner gesetzt.

Übrigens: Die Wassereffekte habe ich mit verschiedenen Nagellacken (Danke an meine Töchter) und Klarlack erzielt.


Der Wachposten nahm nun auch nach und nach Gestalt an und war recht zugig fertiggestellt. Seine Erbauer nutzt alles was man im Schrott der Apokalypse für nützlich befand und irgendwie verwenden konnte: Holz, Metallträger, Bleche, Stacheldraht und sogar eine Glocke (stammt übrigens von einem Osterhasen) um im Notfall Alarm geben zu können.

Jetzt konnte der Posten an seinem vorgesehenen Platz eingesetzt werden.

 

Auch die große, zentrale Ruine sollte noch einen Zwischenboden, ein Gerüst oder eine provisorische Befestigung bekommen.

Wir haben sogar schon alles genauestens vermessen, allerdings  bisher noch nichts brauchbares gebaut (Schande über uns!).

 

Der freie Platz in der Ruine wird daher momentan meist mit Kisten- und Reifenstapeln und provisorschen Wellblechhütten gefüllt, was aber auch durchaus ein stimmiges Gesamtbild gibt.


Und hier schließlich die fertige Platte!


SPIEL IN DER "DOWNTOWN APOCALYPSE"

Die Platte musste natürlich sofort bespielt werden und wie immer schenkten sich der Konvoi und das Matriarchat nichts! Nach einigen Matches können wir sagen, dass es sich in einer "festen" Umgebung doch erstaunlich gut spielen lässt. Kleinere Geländestücke wie Kistenstapel, Sandsäcke, Strassensperren, Brücken oder Fahrzeuge gestalten das Spielfeld dennoch ein bisschen flexibler.
Der Grossteil des Geländes ist recht gut begehbar und wo es dann doch mal etwas kippelig wird, haben wir uns durch Unterlegen von kleinen Moosbüscheln oder hölzern gut behelfen können.